Chemische Korrosion: Warum die Oberflächenbehandlung den Unterschied macht.

Neben der galvanischen Korrosion sind Verbindungselemente auch der chemischen Korrosion durch Umwelteinflüsse ausgesetzt. Sauerstoff, Schadstoffe, chemische Substanzen oder aggressive Dämpfe können das Metall direkt angreifen. Die Korrosionsbeständigkeit eines Blindniets oder Gewindeeinsatzes hängt daher nicht nur vom Grundwerkstoff ab, sondern auch von der schützenden Oberflächenbehandlung bzw. Beschichtung. In den vergangenen Jahren wurden Schwermetalle und umwelt- bzw. gesundheitsschädliche Stoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium, PBB/PBDE und sechswertiges Chrom (Cr(VI)) zunehmend aus Produkten und Beschichtungsverfahren entfernt oder stark eingeschränkt. Dies steht im Einklang mit wichtigen europäischen Umwelt- und Sicherheitsvorschriften, darunter RoHS, WEEE und ELV. Dadurch hat die Entwicklung sichererer Verzinkungen und Beschichtungssysteme an Bedeutung gewonnen, die einen guten Korrosionsschutz bieten und gleichzeitig die Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt reduzieren. Die Korrosionsbeständigkeit wird häufig mithilfe von Salzsprühnebelprüfungen bewertet. Diese Tests liefern wichtige Vergleichswerte zwischen unterschiedlichen Materialien und Beschichtungen, lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf das tatsächliche Langzeitverhalten unter realen Einsatzbedingungen übertragen. Bei besonders anspruchsvollen Anwendungen empfiehlt es sich daher, die Prüfbedingungen mit den tatsächlichen Umgebungs- und Betriebsbedingungen zu vergleichen und die Einsatzgrenzen der jeweiligen Beschichtung zu berücksichtigen. So sollten beispielsweise verzinkte Bauteile nicht ohne entsprechende technische Prüfung bei Temperaturen oberhalb von etwa 250 °C eingesetzt werden, da sich die Eigenschaften und Schutzwirkung der Beschichtung bei hohen Temperaturen verändern können.